AVERA
Das Projekt mit dem Titel „Spürbar verbunden – Haptisches Design für spontane soziale Resonanz‘‘
untersucht die soziokulturelle Entwicklung, die das Paradox der zunehmenden digitalen
Vernetzung bei gleichzeitiger Vereinsamung der Gesellschaft beschreibt.
Dieses Projekt zeigt eine Verbindung zwischen elektrotechnischem Verständnis und
menschenzentriertem Design.
Von der Resonanztheorie nach H.Rosa über
Programmierung und Materialversuche.
Material: PLA-Filament, Resin, Silikon, LRA Vibrationsmotore, ESP32, Edelstahl
Verfahren: 3D Druck, SolidWorks, Fräsen, Löten, Gießen, Programmieren (Arduino)
Maschinen: Fräse, Formlabs, Ultimaker, Slicer(Cura,Preform), Vakuumiergerät
AVERA ist ein Social Wearable, das mit
Hilfe von fein abgestimmten vibrotaktilen
Impulsen soziale Nähe im Alltag unterstützt. Auf Grundlage von Studien zu Affective Haptics sowie eigenen Testreihen wurden drei Parameter definiert, aus
denen zwei alltagstaugliche Vibrationsmuster abgeleitet wurden. Mit dem Ziel: Informations- und Aufforderungssignale intuitiv voneinander unterscheidbar zu gestalten. Form, Material und Ergonomie sind auf eine sichere, angenehme Nutzung abgestimmt und ermöglichen eine
synchron erlebte taktile Wahrnehmung, die
soziale Resonanz nachweislich fördert. Die begleitende App dient der
Profilerstellung und sicheren Kommunikation, sie verzichtet bewusst auf Vergleichsmechanismen und visualisiert Begegnungen nur innerhalb der Community.
So übersetzt AVERA soziale Normen, Haptik und Technologie in ein alltagstaugliches Wearable, das neue Perspektiven auf zwischenmenschliche Begegnungen eröffnet. Auf Basis der entwickelten Parameter Steigerung, Impulsdauer und Rhytmus wurden acht unterschiedliche Vibrationsmuster erstellt und im Paarweisen Vergleich getestet. Dabei
wurde untersucht, bei welchen charakteristischen Ausprägungen die Probandinnen ein positives Empfinden entwickelten. Die gewonnenen qualitativen Aussagen dienten dazu, vier zum Nutzungskontext passende Vibrationsmuster
abzuleiten, die als Resonanzsignal und Bestätigungssignal dienen. Durch die ergänzende Einbindung von Lichtimpulsen entstand ein multimodales Erlebnis, das Begegnungen mit fremden Menschen neu erfahrbar macht.
Das finale Design verbindet eine reduzierte Formensprache mit einem klaren Materialkontrast, wodurch das Wearable je nach Situation entweder zurückhaltend oder selbstbewusst wirken kann. Weiches Silikon trifft auf eine kühle, technische Oberfläche und erzeugt so ein Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz. Drei unterschiedliche Größen sorgen dafür, dass die Vibrationsmotoren präzise positioniert werden können und die Trägerin selbst entscheidet, wo und wie das Wearable getragen wird – ganz intuitiv. Das flexible Material schmiegt sich ergonomisch um den Unterarm, passt sich den Bewegungen an und gewährleistet auch bei längerer Nutzung einen sicheren Halt. Die Technik bleibt dabei im Hintergrund, während die Wahrnehmung in den Vordergrund rückt. So entsteht ein alltagstaugliches Objekt, das nicht auffallen muss, um wirksam zu sein, und soziale Begegnungen über Haptik subtil unterstützt.